Binokel

Was isch’n eigendlich BENOGGEL?

Vorab erstmal herzlichen Dank an die Benoggler (http://www.benoggler.de/regeln/regeln.html) für die tolle Beschreibung! Die Seite ist für alles rund ums Benoggel sehr empfehlenswert! Anbei eine gekürzte Version der Beschreibung der Benoggler. Auszug der Website Stand 08.2015.

Heutzutage weiß kaum mehr einer, was Binokel eigentlich ist (zumindest außerhalb unser wunderschönen schwäbischen Heimat). Die wenigen, die noch binokeln, spielen nicht mal nach einheitlichen Regeln. Selbst bei uns treten hin und wieder Differenzen auf. Hier sind nun die einzig wahren Binokel-Regeln.

Den bislang Ahnungslosen (älle Fischköpf’, Schluchtascheißer ond sonstiges Gesocks’) bringen wir jetzt das RICHTIGE Binokeln bei.

Wer ein Skatblatt kennt, hat schon eine ungefähre Vorstellung, wie Binokel-Karten aussehen. Das Blatt besteht aus 48 viel schöneren Karten.

Um Binokel zu spielen benötigt man allerdings nur 40 Karten. Die Siebener werden aussortiert und entsorgt. Es sei hier erwähnt, daß man in manchen Regionen mit den Siebenern spielt. Aber Sie wollen ja die richtigen Regeln lernen, also: keine Siebener.

Beim Binokel gibt es jede Karte doppelt, d.h. es gibt nur 20 verschiedene Karten, von denen jedoch jede zweimal vorhanden ist (2*20=40). Diese sind: Bua (oder Biable), Dam, Kenich, Zehner, Ass (oder Sau).

Das Blatt besteht aus den vier verschiedenen Farben Schälla (auch Bolla genannt), Herz, Schibba und Kreuz (Eichel).

Ein Binokel-Blatt erhalten Sie in jedem guten Spielwarengeschäft, oftmals auch auf Nachfrage bei den örtlichen Sparkassen und Volksbanken (zumindest im Schwabenländle) oder auch (gegen eine Bearbeitungsgebühr von 15,- DM) bei De’ Benoggler.

Das schöne beim Binokel ist, daß man was melden kann (auch wenn man daheim nichts zu melden hat). Dabei legt man bestimmte Kartenzusammenstellungen (hä?) mit festgelegten Wertigkeiten heraus. Es gibt:

– Was man melden kann die Karten dazu… Augen als Trumpf
– Ein Paar [a Pärle] König und Dame von der selben Farbe 20 40
– 40 Unter [40 Biabla] von jeder Farbe ein Unter 40 –
– 60 Ober [60 Dama] von jeder Farbe ein Ober 60 –
– 80 Könige [80 Kenich] von jeder Farbe ein König 80 –
– 100 Ass [100 Ass] von jeder Farbe ein Ass 100 –
– Familie Unter, Ober, König, Zehn und Ass von einer Farbe 100 150
– Rundgang von jeder Fabe ein Pärchen 240 –
– Binokel [Benoggel] Schippen-Ober und Schällen-Unter 40 –
– Doppelter Binokel [Dobblder Benoggel] alle Schippen-Ober und Schällen-Unter 300 –
– Haben Sie alle 8 Asse, so zählt dies 1000 Augen. Entsprechendes gilt für alle Unter, Ober und Könige. Bei Zehnern gibt es nichts!

Sodele, jetzetle wär’s langsam Zeit auch mal das Ziel des Spiels zu erwähnen. Also eigentlich geht es nur darum zu gewinnen. Und das geht so: Alle gemeldeten und im Spiel erworbenen Augen werden für jeden Spieler aufgeschrieben und zusammengezählt. Wer zuerst 1000 Augen erreicht hat, hat gewonnen. Eigentlich ganz einfach. Später noch mehr dazu.

Jetzt aber zum Spiel. Man kann Binokel zu dritt oder zu viert spielen (manchmal spielt man auch zu fünft oder sechst). Wir wollen Ihnen die Regeln anhand von drei Spielern erläutern. Zuerst werden die Karten (gegen den Uhrzeigersinn) ausgeteilt: 4 – 2 – 4 – 2 – 4. Wobei die “4” bedeutet, daß jeder Spieler vier Karten erhält und die “2”, daß zwei Karten verdeckt in die Mitte des Tisch’s gelegt werden für den sogenannten Dapp (oder Tap). Dieser besteht also aus vier Karten und jeder Spieler hält 12 Karten auf der Hand.

Nun beginnt das Reizen.

Es beginnen die beiden Spieler, die nicht ausgeteilt haben abwechselnd sich zu überbieten, bis einer der beiden nicht mehr mithalten kann und “wägg!” schreit. Bei diesem Wert wird nun mit dem dritten Spieler weiter gereizt. Gewöhnlich wir bei 150 oder 200 begonnen zu reizen und abwechselnd in 10er-Schritten überboten. Derjenige, der übrigbleibt hat das Spiel und bekommt den Dapp, welcher nun zuerst für alle sichtbar aufgedeckt wird.

Wie weit man reizen kann, hängt von den Karten ab, die man auf der Hand hält. Wenn man ein Spiel hat, muß man den gereizten Zahlenwert mit seinem Gemeldeten plus den gemachten Stichen erreichen. Maximale Augenzahl an Stichen sind 250. Erreicht man den “Reiz” nicht, so wird der doppelte Reizwert als Minus aufgeschrieben. Ist man jedoch schon vor dem Spiel der Meinung, daß man sich überreizt hat, so kann man sagen “i gang ab” und das Spiel wird nicht gespielt und nur einfach negativ gewertet.

Ein kleines Beispiel: Man hat eine Familie (als Trumpf 150 Augen) und einen Binokel (40 Augen) auf der Hand. Schätzt man, daß man 150 Augen mit Stichen machen wird, so kann man bis 340 (150 + 40 + 150) reizen. Man spekuliert aber meistens noch darauf, daß im Dapp die ein oder andere brauchbare Karte dabei ist.

Derjenige, der das Spiel hat (also am weitesten gereizt hat), nimmt die vier Karten des Dapps auf die Hand und “drückt” wieder vier Karten, d.h. er legt vier Karten verdeckt auf den Tisch. Diese zählen später zu seinen Stichen dazu. Vergißt er zu drücken oder drückt er zu viel oder zu wenige Karten (ja, so was soll’s wirklich geben) geht das Spiel doppelt verloren. Nachdem er nun gesagt hat, welche Farbe Trumpf sein soll, kann jeder Spieler melden, indem er die Karten offen auf den Tisch legt, mit denen er etwas meldet. Die gemeldeten Augen werden aufgeschrieben.

Der Spieler rechts vom Geber beginnt nun das Spiel und legt eine Karte raus. Man muß Farbe bedienen und, wenn möglich überstechen (d.h. eine höhere Karte der gleichen Farbe ausspielen). Hat man diese Farbe nicht so muß man stechen, also Trumpf spielen. Hat man auch keinen Trumpf mehr auf der Hand, so kann man eine beliebige Karte ausspielen. Werden beispielsweise zwei Herzasse ausgespielt, so bekommt derjenige den Stich, dessen Ass zuerst ausgespielt wurde (vorausgesetzt natürlich, der dritte sticht die beiden Asse nicht ab).

Es gibt jedoch eine Ausnahme von diesem Spielablauf: Den “Durch”.

Glaubt der Spieler, der das Spiel hat, daß er alle Stiche machen wird, kann er einen Durch ansagen. Dieser zählt 1000 Augen (bzw. -1000 falls er verloren geht). Der “Durchspieler” ist immer vorne, er spielt also als erster aus. Trumpf gibt es beim Durch nicht und gemeldet wird auch nicht.

Es gibt auch noch eine zweite Ausnahme, den “Bettel”. Da er bei uns aber nicht gespielt wird (dees isch doch bloß ebbes für Heggabeerlesbronzer ond Kabbaschdricker) erklären wir ihn auch nicht.

Der Schreiber (das ist derjenige, der als letzter zum Binokeln erscheint) macht für jeden Spieler sowie für den “Reiz” eine Spalte. Nach dem Reizen schreibt er den Reiz auf und danach was jeder Spieler gemeldet hat.

Nach dem letzten Stich, der übrigens 10 Augen extra einbringt, werden die Stiche gezählt und für jeden Spieler aufgeschrieben. Dabei rundet man auf die nächste Zehnerstelle auf bzw. ab (Bsp.: 144 Stiche: 140; 145 Stiche: 150).

Nun zählt man Stiche und Gemeldetes zusammen. Hat derjenige, der das Spiel gemacht hat den Reiz nicht erreicht, so wird sein Gemeldetes und seine Stiche gestrichen und stattdessen der doppelte Reizwert abgezogen. Hat jemand keinen Stich gemacht, so zählt auch sein Gemeldetes nicht.

Geht ein Spieler ab (siehe Läkzio 3), so wird ihm nur der einfache Reizwert abgezogen. Die anderen Spieler können daraufhin noch melden. Ihnen wird das Gemeldete plus 40 Extra-Augen gutgeschrieben.

Beim Durch werden nur dem “Durch-Spieler” 1000 Augen (falls verloren -1000) aufgeschrieben. Diese zählen allerdings extra und werden nicht zu den schon gemachten Augen dazugezählt. Man schreibt die Augen für einen Durch meist in die Zeile des Namens dazu.

Sieger des Spiels ist, wer als erster 1000 Augen oder 3 gewonnene Durch erreicht hat. Zum Spielende können aber auch -1000 Augen bzw. 3 verlorene Durch führen.

Quelle: http://www.benoggler.de/regeln/regeln.html

Termine

Generell gilt: Jeden zweiten Freitag im Monat.

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Frank Layher

Frank Layher

Vorstand Technik